Leuchtendes Vorbild
(vom 27.07.2010)
Stadtwerke setzen umfassende Maßnahmen zur Kosten- und Energieeinsparung in der Straßenbeleuchtung um
Einsparpotenzial für Kosten und Energie gibt es überall, auch dort, wo man es auf den ersten Blick vielleicht nicht vermutet. Deshalb hat die Stadt Bamberg die Stadtwerke Bamberg Energiedienstleistung GmbH damit beauftragt, ein Konzept zur Optimierung der Straßenbeleuchtung zu erstellen. Das Ergebnis: unter Wahrung der Sicherheit für die Öffentlichkeit und den Verkehr können durch Umrüstungsmaßnahmen und Änderungen in der Betriebsweise pro Jahr rund 93.000 Euro Kosten, circa 860.000 Kilowattstunden Energie und 271 Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids eingespart werden. Den Vertrag dazu haben Oberbürgermeister Andreas Starke und Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Rubach am vergangenen Dienstag, 27. Juli, unterzeichnet.
Zur Umsetzung der Kosten- und Energieoptimierung haben die Stadtwerke Bamberg ein umfassendes Maßnahmenpaket geschnürt. In der gesamten Stadt werden insgesamt 5.276 Quecksilberdampf-Leuchtmittel durch energiesparende Natriumdampf- oder Metalldampf-Leuchtmittel ausgetauscht. Diese benötigen im Vergleich zur alten Technik 30 Prozent weniger Energie bei gleicher Beleuchtungsstärke. Und Rubach fügt hinzu: „Die Natriumdampf-Hochdrucklampen sind nicht nur energieschonender, sondern auch tierfreundlicher. Denn die Wellenlänge der Leuchtmittel lockt weniger Insekten an, so dass weniger Tiere aufgrund der Hitze verenden."
Nicht nur die Leuchtmittel sind für eine Kosten- und Schadstoffsenkung entscheidend, auch in der Art der Betriebsweise liegt Sparpotenzial. So trägt eine Halbnachtabschaltungen zwischen 1:00 Uhr und 5:00 Uhr ebenfalls zum effizienten Energieeinsatz bei. „Eine solche Betriebsweise kann jedoch nur in ausgewählten Bereichen durchgeführt werden, da die Straßenbeleuchtung eine wichtige Funktion in der Wahrung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erfüllt. Außerhalb der geschlossenen Bebauung haben wir hingegen sehr gute Erfahrungen damit gemacht", erläutert Rubach. Am Münchner Ring sparen die Stadtwerke bereits seit Längerem für die Stadt circa 61.000 Kilowattstunden Strom und circa 19 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ein. Auch die Abschaltung der Beleuchtung am Park- & Ride-Parkplatz an der Würzburger Straße, auf dem Parkplatz Altenburger Weg und auf dem Verbindungsweg zwischen Schleuse und Jahninsel hat in der Vergangenheit eine Energieersparnis von rund 5.500 Kilowattstunden und 1,5 Tonnen CO2 jährlich bewirkt. Das sind rund 52 Prozent des Jahresverbrauchs für diese Anlagen. Die Halbnachtabschaltung soll deshalb auf 20 weitere Straßen ausgeweitet werden. „Bei diesem Schritt haben wir im Vorfeld genau geprüft, wo eine Abschaltung in Frage kommt, ohne dort den Verkehr oder die Sicherheit für Fußgänger einzuschränken", betont Rubach.
Dritter Baustein des Maßnahmenpakets ist die Leistungsreduzierung durch Absenkung der Beleuchtungsstärke zwischen 22:00 Uhr und 5:00 Uhr. Da mit der Spannung einerseits der Energieverbrauch aber auch die Beleuchtungsintensität sinkt, ist diese Maßnahme für Standorte geeignet, an denen ein Unterschied zwischen der Verkehrsintensität in den Abendstunden und Nachtstunden besteht. So sollen Transformatoren in den elektrischen Einspeiseschränken der Straßenbeleuchtung in 50 Straßen dafür sorgen, dass um 22:00 Uhr die Spannung von 230 Volt auf 190 Volt gesenkt wird. „Auch bei der Auswahl dieser Straßen stand die Wahrung der Sicherheit an erster Stelle", ergänzt Rubach.
Um eine möglichst rasche Umrüstung der Anlagen zu gewährleisten und die Verkehrsbeeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten, arbeiten Stadt und Stadtwerke insbesondere bei der Planung und den erforderlichen Verkehrssicherungsmaßnahmen eng zusammen. „Im Sinne der Kosteneinsparung stimmen wir uns bei der Errichtung von Neuanlagen und Erweiterung von bestehenden Straßenbeleuchtungsanlagen grundsätzlich mit den Straßenbaumaßnahmen des Entsorgungs- und Baubetriebes ab. Dadurch können Kosten für Tiefbau und Oberflächenherstellung eingespart werden", erklärt Rubach.
