Blog Heimatliebe

Geschäftsstellenleiter (AD) Simons plaudert aus dem Nähkästchen

Ein Berufsleben lang, in Summe 43 Jahre, war Hans-Dieter Simons bei den Stadtwerken beschäftigt. 1967 trat der heute 76-Jährige ins Unternehmen ein und verantwortete als Anlagenbuchhalter unter anderem 1976 den Neubau des Betriebshofs in der Georgenstraße. 1985 wurde Simons Leiter der Geschäftsstelle Verkehrsbetrieb und stellvertretender Hauptabteilungsleiter der Stadtwerke Bamberg, eine Position, die er bis zu seinem Ausscheiden 2007 innehatte.

Im Verkehrsbetrieb hatte Simons manches dicke Brett zu bohren. Was heute sonnenklar erscheint, war vor 50 Jahren in Frage gestellt. Etwa Fahrkarten in Eigenregie zu verkaufen. Was, Beharrlichkeit sei Dank, denn auch gelang…

Auch für das Projekt ZOB brauchte es gute Nerven. Allein für die Verhandlungen mit der Deutschen Bundesbahn. Denn geplant war, den ZOB am Bahnhof zu errichten. Doch die Verhandlungen erwiesen sich als schwierig - um nicht zu sagen problematisch. Über kurz oder lang kam man jedenfalls überein, von der Planung am Bahnhof Abstand zu nehmen und den ZOB am gegenwärtigen Standort an der Promenade zu errichten. Doch auch hier gab es Ungereimtheiten. „Die künstlerische Planung des Baureferenten bewertete ich als nicht praktikabel“, erinnert sich Simons. Für die tonnenschweren Busse war in den Haltebuchten, bei instabilem Untergrund, seiner Meinung nach die stärkste Asphaltschicht aufzutragen, um die Belastung auszuhalten. Der Baureferent setzte jedoch auf extra angefertigte, quadratisch geschnittene Granitsteine, umrahmt von Basaltsteinchen. Schön anzuschauen, aber nichts für an- und abfahrende Busse. Simons sollte Recht behalten. Letztlich war es die Kehrmaschine, die die Instabilität des Bodens offenlegte. Sie saugte die Basaltsteinchen ein, worauf die Granitsteine ihren Halt verloren und sich so gruppierten, wie es die Schwerkraft beliebte. Ende der Geschichte: Es kam besagte Asphaltdecke zum Einsatz.

Ein in Verkehrsbetrieb-Angelegenheiten bewanderter Mann wie Simons spart nicht mit Tipps, wie auch in Zukunft ein für Bamberg gedeihlicher ÖPNV gelingen kann. Unabdingbar für ihn der Regionale Omnibusbahnhof, kurz ROB, als neue Drehscheibe, der das Umland gut anbindet. Dann: Bei der Planung von Buslinien und -taktungen die Gewohnheiten der Bambergerinnen und Bamberger beachten und nicht davon ausgehen, sie für Änderungen gleich gewinnen zu können. Und zum Schluss: Den direkten Draht zu den Fahrgästen aufnehmen, das ist für Simons stets ein Verhalten, von dem ein Verkehrsbetrieb nur profitieren kann.

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