Hautnah

Corona: In Quarantäne für die Energieversorgung

Zum Schutz der Energie- und Wasserversorgung und des reibungslosen Betriebs ihres Glasfasernetzes während der Corona-Pandemie haben die Stadtwerke Bamberg eine weitere Sicherheitsmaßnahme umgesetzt: Seit Montagfrüh, 23. März, werden alle Netze und technischen Anlagen der Stadtwerke von Mitarbeitern aus einer freiwilligen Quarantäne heraus gesteuert. Die Mitarbeiter sind von der Außenwelt isoliert, um Ansteckungen zu verhindern und den Betrieb der kritischen Infrastrukturen während der Pandemie zu gewährleisten.

Wichtige Tätigkeiten gebündelt

Wenn Steffen Urban zur Arbeit geht, hat er normalerweise nur einen Rucksack dabei. Am Montagmorgen, um kurz vor fünf, stand der gelernte Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik mit dem Reisekoffer vor der Tür. Aber statt in den Urlaub ging es für den 24-jährigen uns seine Kollegen Sven Weber, Norbert Eichfelder und Ralph Schneiderbanger in freiwillige Quarantäne. Die vier Stadtwerkler sind Mitarbeiter in der Verbundleitwarte am Bamberger Margaretendamm und stellen dort gemeinsam mit ihren Kollegen den reibungslosen Betrieb der Energie- und Wassernetze in Bamberg, Hallstadt und Stegaurach sicher. Sie kontrollieren zum Beispiel die Füllstände der Trinkwasserhochbehälter, den Gasverbrauch und auch den reibungslosen Betrieb des schnellen Glasfasernetzes der Stadtwerke. Fällt das Stromnetz aus – sie wissen es sofort. Um bei solchen Störfällen unverzüglich reagieren zu können, ist die Leitwarte rund um die Uhr besetzt. Auch zu Ostern, zu Weihnachten – und in Zeiten von Corona. „Strom, Gas, Wasser, Wärme, Internet – das sind allesamt kritische Infrastrukturen, die jetzt mindestens so zuverlässig funktionieren müssen wie an jedem anderen Tag auch“, sind sich Urban und seine Kollegen ihrer Verantwortung bewusst.

„Strom, Gas, Wasser, Wärme, Internet – das sind allesamt kritische Infrastrukturen, die jetzt mindestens so zuverlässig funktionieren müssen wie an jedem anderen Tag auch“

6 Stunden Arbeit, 18 Stunden Erholung täglich

Eine Situation wie diese gab es noch nicht, doch die Stadtwerke haben die Lage gut unter Kontrolle. Die Versorgung mit Strom, Wärme, Wasser und dem schnellen Internet ist sicher. Die Fäden hierfür laufen in der Leitwarte der Stadtwerke zusammen, dem Rückgrat der öffentlichen Versorgung. Mit der freiwilligen Quarantäne der Mitarbeiter stellen die Stadtwerke sicher, dass auch während der Corona-Pandemie der Betrieb der Netze und Anlagen reibungslos funktioniert. Um Ansteckungen dieser Mitarbeiter zu verhindern, wurden sie mit Fortschreiten der Pandemie am Montag von der Außenwelt abgeschnitten. Der Notbetrieb läuft bis auf Weiteres, die Mitarbeiter arbeiten im Vier-Schicht-Betrieb: sechs Stunden hochkonzentriert in der Leitwarte, 18 Stunden Pause für Freizeit und Schlaf. Das Ganze maximal acht Tage am Stück, danach gibt’s vier Tage Heimaturlaub. Um Lagerkoller zu vermeiden werden die Teams dann durchgewechselt – natürlich erst, nachdem sie erneut negativ auf das Corona-Virus getestet worden sind.

Versorgung und Freizeitgestaltung sind sichergestellt

Für die kasernierten Mitarbeiter haben die Stadtwerke an Alles gedacht und über Nacht Schlaf- und Freizeitgelegenheiten geschaffen: Besprechungsräume wurden zu Schlafzimmern umfunktioniert und Duschen für die Mitarbeiter der Leitwarte reserviert. Sogar den Schlüssel für die Kantine haben Steffen Urban und seine Kollegen jetzt am Bund. Ginge es nach dem Füllstand der Vorratskammer, könnte der Ausnahezustand noch Monate dauern – schließlich werden hier in normalen Zeiten täglich nicht nur vier, sondern bis zu 220 Mahlzeiten frisch gekocht. Zusätzlich zu den Grundnahrungsmitteln werden die Kollegen in der Quarantäne zusätzlich mit frischem Obst, Gemüse und Milchprodukten beliefert – und auch die Befüllung des Getränkekühlschranks ist sichergestellt. In der Kantine stehen auch eine Couch und ein Fernseher. Im Hof können die Mitarbeiter Basketball oder Federball spielen, für ihre freie Zeit haben sie Bücher, Puzzles und eine Playstation im Gepäck. 

Informationen zur Corona-Lage

Die Stadtwerke informieren ihre Kunden kontinuierlich über Auswirkungen der Pandemie auf die Services der Stadtwerke. Alle aktuellen Informationen unter www.stadtwerke-bamberg.de/corona

Jan Giersberg

Pressesprecher

Der Wahlbamberger ist Leiter Kommunikation und PR bei den Stadtwerken Bamberg.