Hautnah

Toivotan nautinnollisia hetkiä kelosaunassa kylpijöille!

Auf Deutsch: Viele schöne Momente in der Kelosauna!

Holz macht bekanntlich mehrmals warm: beim Fällen im Wald, beim Hacken und Aufschlichten vor dem Haus und schließlich nach dem Einschüren. Ganz anders kommt die Wärme beim Keloholz daher, nämlich beim Saunieren in einer Erdhütte aus jahrhundertealtem Keloholz. Das „Kelo“ (Finnisch für „Totholz“) der neuen Bambados-Erdsauna hat eine rund 3.000 Kilometer lange Reise von Karelien, der russischen und finnischen Taiga, bis nach Bamberg hinter sich.

 

Karelien, das ist die Grenzregion zwischen Finnland und Russland, von St. Petersburg bis zum nördlichen Polarkreis, vom Finnischen Meerbusen im Westen bis zum eisbedeckten Weißen Meer im Osten. Fast die Hälfte Kareliens ist mit Seen bedeckt, in denen sich die schier unendlichen nordischen Nadelwälder und die weißen Wolken spiegeln. Die Menschen hier leben von dem, was sie Wasser und Wald abtrotzen. In der unwirtlichen Taiga wachsen aufgrund der extremen Bedingungen langsam besonders robuste Nadelhölzer: Kiefern, Fichten, Tannen und Lärchen.

Handverlesene Bäume

Mit seinem Begleiter war Peter Baum auf der Suche nach „rakennusmateriaali“ - Baumaterial - für die neue Bambados-Erdsauna: Kelo.

Das dichtfasrige Keloholz wird nicht kultiviert und ist nur schwer zu finden. Das Besondere daran: Kelohölzer verwittern nicht auf herkömmliche Art, sondern vertrocknen im Zusammenspiel von Wassermangel und Frost, also auf natürlichem Weg und dabei aufrecht stehend. Nicht selten sind die Bäume zwischen 300 und 500 Jahre alt. Das herausfordernde Klima Kareliens macht das Holz zum idealen Material für Blockhaus- und Saunabau. Diese Bedingungen gibt es so nur in den nordischen Wäldern. Der langsame Wachstums- und der spätere jahrzehntelange Trocknungsprozess, vergleichbar mit sanftem Darren, gibt Kelokiefern ihre silberne Oberfläche und ihre typische rötlich-goldene Innenstruktur mit nur wenigen Millimeter breiten Jahresringen.

 „Feinjährig“ nennen das Holzfachleute wie Peter Baum. „Die Bäume müssen aufwändig gesucht werden. Dann werden sie von Hand gefällt und behutsam weiter verarbeitet“, erklärt er. Maschinelle Verarbeitung mit groben Rodungsmaschinen würde die silbrig schimmernde Oberfläche zerstören.

Kelo muss und soll nicht mit irgendwelchen chemischen Mitteln behandelt werden, es ist gebrauchsfertig so wie es ist. Häuser aus Keloholz brauchen daher auch keine weitere Isolierung oder Dampfsperre, das pure Holz sorgt für ein perfektes Raumklima.

„Durch die extremen Bedingungen der Taiga wird Keloholz sehr hart und gleichzeitig ruhig. Das Holz hat kaum Verwerfungen und Spannungen. Außerdem verfügt es über ein hervorragendes Wärmespeichervermögen“

PETER BAUM

Eine lange Reise für jeden Baumstamm

Die karelischen Kelostämme, die Peter Baum für seine patentierten Saunahäuser verwendet, werden noch vor Ort weiterverarbeitet. Nur gleichmäßig gewachsene Stämme werden für gut genug befunden. „Die Betriebe vor Ort haben enorme Fähigkeiten, auch mit der Motorsäge. Zwischen die verbauten Kiefernstämme passt am Ende kein Stück Papier“, schwärmt Saunabauer Baum. Die Stämme werden fein säuberlich verzapft und exakt vorgebohrt. Danach geht es per Lkw zu seinem finnischen Zwischenhändler. Hier kommen dann auch die Dachbretter für die Kelosauna dazu. Danach geht es von Finnland über Estland, Lettland, Litauen und Polen bis ins Bamberger Bambados.

60 Stämme in der neuen Bambados-Sauna

Rund 60 Kelostämme der Polarkiefer, schätzt Baum, hat er für die Bamberger Erdsauna verbaut. Im Oktober wird sie ihren Betrieb aufnehmen und Badegäste im Bambados - ganz entspannt - ins Schwitzen bringen. Passend dazu schickt der finnische Zulieferer „wärmste Grüße“ an die Bamberger Saunagäste, und zwar auf Finnisch: „Toivotan nautinnollisia hetkiä kelosaunassa kylpijöille! Samalla toivon että he suhtautuisivat kunnioituksella satoja vuosia vanhaan hienoon rakennusmateriaaliin.“ - „Ich wünsche den Saunabadenden viele schöne Momente in der Kelosauna! Gleichzeitig wünsche ich mir, dass sie Respekt haben vor dem allerfeinsten und viele Jahrhunderte alten Baumaterial.“

Astrid Rosenberger Portrait

Astrid Rosenberger

Redakteurin bei den Stadtwerken

Die Unterfränkin leitet die Redaktion bei den Stadtwerken. Zwischen Buchstaben, Punkt und Komma fühlt sich genauso wohl wie auf dem Mountainbike, der Yogamatte oder am Kletterfels.