Blog Hautnah

Warum nicht einen Heizlüfter kaufen?

In Zeiten steigender Gaspreise denken viele Menschen darüber nach, welche Alternativen es für eine Gasheizung gibt. Elektrische Heizlüfter sind gefragter denn je. Doch das direkte Heizen mit Strom ist aus mehreren Gründen in der Regel keine gute Alternative:

  1. Strom ist noch teurer als Gas: Zwar sind Infrarot- und Nachtspeicherheizungen, Radiatoren oder Heizlüfter billig in der Anschaffung, die Betriebskosten haben es aber in sich: Für die Nutzung eines gängigen Gerätes mit 2.000 Watt Leistung und einer täglichen Nutzung von sechs Stunden werden rund 12 kWh benötigt. Die schlagen bei einem Strompreis von 35 Cent je kWh mit 4,20 Euro zu Buche. Pro Tag! Auf den Monat gerechnet kostet die Nutzung eines Heizlüfters also 126 Euro - und das nur, um einen Raum warm zu bekommen.

  2. Bei Überlastung der Stromnetze droht ein flächendeckender Stromausfall: Wenn wegen Gas-Rationierung plötzlich Millionen Menschen elektrische Heizlüfter einschalten, kann es in regionalen und überregionalen Stromnetzen zu Überlastungen kommen. Weil der Netzbetreiber nicht einzelne Geräte ausschalten kann, kann es vorkommen, dass Teile des Stromnetzes sicherheitshalber zur Stabilisierung des Systems abgestellt werden.

 

Leitfaden Maßnahmen Stromnetzbetreiber

Wer sich dennoch für das Heizen mit Strom entscheidet, dem stellt sich die Frage, welche Technik für den jeweiligen Anwendungsfall die beste ist. Zur Wahl stehen Infrarotheizungen, Radiatoren mit Öl oder Wasser, Heizlüfter bzw. Heizbläser oder Nachtspeicherheizungen. Hier eine Übersicht der Vor- und Nachteile:

Radiator: Billig aber nichts für schnelle Wärme

Der Vorteil an Radiatoren ist ihre einfache Funktionalität – man steckt sie einfach in die Steckdose. Meistens sind sie mit Öl oder mit Wasser gefüllt. Die Flüssigkeit wird über einen Heizstab erhitzt und nach und nach wird die Wärme in die Umgebung freigegeben. Radiatoren sind relativ billig: man gibt zwischen 50 und 200 Euro aus. Radiatoren haben aber einen großen Nachteil: Sie brauchen lange, bis der Raum erwärmt ist. Dabei verbrauchen sie viel Strom, der Wirkungsgrad ist ähnlich hoch wie bei einem Heizlüfter.

Infrarotheizung: Oft nichts für den schlecht gedämmten Altbau

Bei Infrarotheizungen wird – anders als bei Radiatoren – nicht die Umgebungsluft aufgeheizt, sondern die Gegenstände im Raum wie z.B. die Wände, die Fußböden und die Decken. Sie wärmen also gleichmäßiger. Die Infrarotheizung sieht aus wie ein Paneel, das man an die Wand oder die Decke anbringt. Auch hier sind die Anschaffungskosten übersichtlich: 100 bis 350 Euro gibt man in der Regel aus.

Ein Nachteil ist, dass sich diese Art von Heizung jedoch oft nicht im Altbau eignet, dabei kommt es nämlich darauf an wie gut das Haus oder die Wohnung gedämmt ist. Bei einer schlechten Dämmung benötigt die Infrarotheizung noch mehr Energie, um die Wohnung aufzuheizen, auch hier können hohe Stromkosten anfallen.

Heizlüfter: Nichts für Allergiker

Heizlüfter sind deshalb so beliebt, weil sie unkompliziert und klein sind und zudem sehr schnell aufheizen können. Besonders für kleinere Räume ist diese Art zu heizen effektiv und auch die Anschaffungskosten sind attraktiv: Heizlüfter kosten in der Regel weniger als 100 Euro.

Heizlüfter sind aber neben den hohen Stromkosten auch ziemlich laut und wirbeln viel Staub auf, was auf Dauer unangenehm werden könnte.

Nachtspeicherheizung: Viel Wärme geht verloren

Das Prinzip hierbei ist es, die Heizung nachts aufzuheizen, weil dann der Strom günstiger ist. Die Heizung speichert diesen Strom, wandelt ihn in Wärme um und gibt diese dann tagsüber kontrolliert ab. Voraussetzung ist ein entsprechender Wärmestromtarif. Der Heizstrom wird ausschließlich zum Heizen verwendet. Das Energiewirtschaftsgesetz schreibt vor, dass die Heizungsanlage fest installiert und unterbrechbar sein muss.

Für den allgemeinen Strombedarf z. B. für Licht und Elektrogeräte, wird neben dem Heizstrom immer auch herkömmlicher Strom benötigt. Die zwei Stromarten werden entweder gemeinsam oder getrennt gemessen.

Es kann jedoch vorkommen, dass für den Tag zu wenig Wärme gespeichert wurde, als letztendlich wirklich benötigt wird. Zudem sind die Nachtspeicherheizungen ineffizient, da ein Teil der gespeicherten Wärme an das Gehäuse verloren geht. Außerdem bieten nicht mehr alle Energieversorger entsprechende Wärmestromtarife an.

Wärmepumpe am Haus

Die Alternative: Die Wärmepumpe

Eine Heizung, die ebenfalls mit Strom betrieben wird, ist die Wärmepumpe. Sie nutzt nicht den Strom, sondern die Umgebungswärme aus der Erde, der Luft oder dem Abwasser, um die Wohnung oder das Haus aufzuheizen. Strom wird nur für den Betrieb der Wärmepumpe benötigt. Weil sie erneuerbar ist, also keine fossilen Quellen benutzt, ist die Wärmepumpe sehr beliebt. Im Idealfall wird sie mit Ökostrom betrieben. Sie ist die effizienteste Elektroheizung und macht aus einer Kilowattstunde Strom rund drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Ein Nachteil sind die hohen Anschaffungskosten. Im Neubau ist die Wärmepumpe längst Standard, im Altbau ist es weitaus komplizierter, eine solche Ökoheizung umzurüsten.

Wer mehr über Wärmepumpen erfahren will, kann sich das Bamberger Lagarde-Quartier anschauen, dort bauen die Stadtwerke eine Wärmeversorgung auf, die 1.200 Haushalte in Alt- und Neubauten zu 70 Prozent aus regenerativen Energien versorgt. Die Wärmepumpe spielt hier eine wesentliche Rolle für die Versorgung der Bewohner.

Audrey Quin

Auszubildende bei den Stadtwerken

Audrey Quin friert nicht gerne und hat sich während ihrer Ausbildung bei den Stadtwerken Bamberg intensiv damit beschäftigt, welche Alternativen es zur Gasheizung gibt.