Stadtwerke Bamberg legen Grundlage

(vom 28.11.2007)

Stadtwerke Bamberg legen Grundlage: 2008 wird das Jahr des Klimaschutzes

„Im Jahr 2007 haben wir konsequent daran gearbeitet, dass das kommende Jahr ganz im Zeichen des Umwelt- und Klimaschutzes stehen wird", so Klaus Rubach. „Die Weichen dafür haben wir bereits gestellt", betonte der Geschäftsführer der Stadtwerke Bamberg in der letzten Sitzung des Aufsichtsrats der Stadtwerke im Jahr 2007. Rückblickend zog er eine positive Bilanz des zu Ende gehenden Jahres, das von einer Reihe richtungweisender Beschlüsse und bereits umgesetzter Veränderungen geprägt war. Klaus Rubach: „Die Bedingungen für Stadtwerke haben sich gewandelt und ebenso wandeln wir uns, um weiterhin der leistungsfähige Energiedienstleister vor Ort für alle Bürgerinnen und Bürger zu bleiben." Das Motto der Stadtwerke „Wir bewegen Bamberg" spiegle diese Einstellung wider und „wir werden diese Losung auch 2008 befolgen".

Auch im Jahr 2007 haben die Stadtwerke nahezu alle Bereiche des Konzerns modernisiert beziehungsweise grundlegende Neuerungen angestoßen. Mehr als nur Symbole für diesen Gestaltungswillen sind der neue Internet-Auftritt und das Servicezentrum am ZOB, in dem das Kundencenter und die Geschäftsstelle des Verkehrsbetriebs untergebracht wurden. „Näher am Kunden zu sein" ist das Ziel dieser Maßnahmen gewesen, erläuterte Klaus Rubach, was auch für den Umbau des zentralen Verwaltungsgebäudes gelte. Am Margaretendamm ist nun auch architektonisch und technisch der strukturell längst erfolgte Wandel vom Energieversorger zum modernen Energiedienstleister vollzogen. Auch im Bereich der Geschäftskunden wird der Wandel zum modernen Dienstleistungsunternehmen sichtbar: „Unsere Stadtnetz Bamberg GmbH unterhält ein leistungsstarkes Lichtwellenleiternetz, das vielen Firmenkunden die extrem schnelle Datenübermittlung ermöglicht - eine wesentliche Stärkung des IT-Standorts Bamberg" erklärt Klaus Rubach.

Fahren mit Erdgas und reiner Ökostrom aus Wasserkraft

Nur ein Indiz für die Priorität des Aspekts Dienstleistung: Seit November 2006 hat sich die Zahl der von den Stadtwerken geförderten Erdgasfahrzeuge auf 74 erhöht und damit fast verdreifacht. An der im August 2006 eröffneten Erdgastankstelle am Berliner Ring wurden bisher über 135.000 Kilogramm Erdgas verkauft. „Immer neue Rekordpreise bei Benzin und Diesel führen zu einem Nachfrageschub bei Erdgasfahrzeugen", erklärte Horst Ziegler, Projektleiter Erdgastankstelle der Stadtwerke Bamberg, den Trend zum Fahren mit Erdgas. „Umgerechnet auf den Energiegehalt von Benzin tankt man Erdgas derzeit für rund 60 Cent pro Liter!" Hinzu kommen die deutlichen Umwelt- und Klimavorteile des Erdgasantriebs. Sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus ökologischen Gründen werden daher die Stadtwerke ihren Fuhrpark sukzessive auf Erdgas- und emissionsarme Fahrzeuge umstellen.

Dem Schwerpunkt Klimaschutz dienen auch zahlreiche weitere Projekte, für die Klaus Rubach einige Beispiele nannte. Bereits zum 1. Januar 2008 werden die Stadtwerke mit dem Produkt „Best Natur" CO2-freien Ökostrom aus Wasserkraftanlagen anbieten. Außerdem wollen die Stadtwerke die eigene Stromerzeugung aus regenerativen Quellen ausbauen und installieren daher derzeit eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Nebengebäudes am Margaretendamm. Allen Hausbesitzern werden 2008 günstige Thermografie-Aufnahmen ihrer Immobilie angeboten, die energetische Schwachstellen enthüllen. Wer einen Austausch seiner Heizung ins Auge fasst, der kann sich die Investitionskosten sparen, indem er die so genannte „KomfortWärme - Heatbox" der Stadtwerke ordert. Das Konzept: Der Versorger übernimmt die Anschaffung einer hocheffizienten Heizungsanlage, wartet diese und liefert den Energieträger. Um die Bürgerinnen und Bürger darüber hinaus beim Sparen zu unterstützen, planen die Stadtwerke eine Energie- und Klimakonferenz in der Region sowie den Ausbau der Energieberatung und der Förderung von Einsparmaßnahmen.

Langfristige Vorsorge im Bereich Trinkwasser

Für den Bereich Trinkwasser sprach Klaus Rubach unter anderem die Sanierung des Hochbehälters Kunigundenruh an, die ein Auftragsvolumen von 1,4 Millionen Euro hat. Dieses Vorhaben sei ein wichtiger Baustein der langfristig angelegten Sicherung der Trinkwasserversorgung Bambergs. Im April 2008 soll die zweite Wasserkammer fertig gestellt sein, für die nach umfangreichen Voruntersuchungen der Einsatz einer effizienten und Kosten sparenden Folienauskleidung beschlossen wurde. Kunigundenruh ist damit der derzeit größte Behälter in Mitteleuropa, der mit dieser Technik saniert wird. Auch die 103 oberflächennahen Brunnen mit Tiefen von bis zu zwölf Metern werden fortlaufend durch die Stadtwerke regeneriert. „Damit können wir die Fördermengen und die gute Qualität des Wassers der Brunnen erhalten" erklärt Christoph Jeromin, Sachgebietsleiter Wasserversorgung der Stadtwerke. Der Aufwand inklusive des Rohrnetzunterhaltes betrug im Jahr 2006 rund 7,3 Millionen Euro.

Nach sechs Jahren Konstanz der Tarife heben die Stadtwerke Bamberg zum 1. Januar 2008 die Wasserpreise an. Künftig zahlen die Bürgerinnen und Bürger pro 1.000 Liter 1,55 Euro inklusive Mehrwertsteuer. „Das ist gerade so viel, wie ich in einer Gaststätte für 0,2 Liter Mineralwasser bezahlen muss", verweist Klaus Rubach auf das gute Preis-Leistungsverhältnis. Die sieben Cent Erhöhung pro Kubikmeter (m3) bedeuten für einen Haushalt mit einem Verbrauch von 150 m³ pro Jahr Mehrkosten von 10,50 Euro jährlich. „Die Anlagen der Wasserversorgung sind sehr energieintensiv. Wir benötigen für unsere Wasserwerke und Pumpen ca. 2,8 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr. Da wir uns nicht von den steigenden Strompreisen abkoppeln können, müssen auch wir für unseren eigenen Bedarf mit deutlich höheren Kosten als vor sechs Jahren kalkulieren" so Klaus Rubach. Hinzu komme eine Steigerung bei den sonstigen Kosten. Gegenüber anderen Städten in Oberfranken, in denen zum Teil über zwei Euro pro m3 verlangt werden, seien die Wassertarife in Bamberg auch nach der Preisanpassung sehr günstig.

Technik-Quantensprung beim ÖPNV

Auch den öffentlichen Personennahverkehr Bambergs zeichnet laut Klaus Rubach ein im Vergleich zu Städten ähnlicher Größe hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis aus. Und das werde trotz einer für den 1. Februar 2008 geplanten Preisanpassung (nach drei Jahren Preisstabilität) so bleiben. Aufgrund der in den letzten Monaten stark gestiegenen Treibstoffkosten könne das Betriebskostendefizit im ÖPNV nur mit einer Erhöhung der Tarife um durchschnittlich fünf Prozent im Rahmen gehalten werden. Für die jährlich zurückgelegten rund 2,5 Millionen Kilometer benötigen die Busse der Stadtwerke etwa 1,25 Millionen Liter Diesel. Der Preis dafür ist in diesem Jahr von 900.000 Euro auf momentan 1,1 Millionen Euro geklettert und ein Ende der Entwicklung sei nicht abzusehen, so Klaus Rubach. Durch die Tarifanpassung erwartet der Verkehrsbetrieb zusätzliche Einnahmen in Höhe von 150.000 Euro, „mit denen sich die Mehrkosten bei der Beschaffung teilweise ausgleichen lassen".

Neben den stark gestiegenen Kosten für Diesel mussten die Stadtwerke auch den Wegfall der Fördermittel für die Verkehrsgemeinschaft Bamberg (VGB) in Höhe von ca. 145.000 Euro ab dem Jahre 2004 verkraften. Mit diesen Mitteln war zuvor der kostenlose Umstieg von Regionalbussen aus dem Landkreis auf die Linien der Stadtbusse finanziert worden. Um die Verkehrssituation in Bamberg nicht zu verschärfen, „ersetzten wir die seit 2004 gestrichenen Fördergelder aus eigenen Mitteln", sagte Peter Scheuenstuhl, Leiter der Bamberger Verkehrsbetriebe. Ebenfalls ausgesetzt wurden die Investitionsfördermittel nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) für die Anschaffung neuer Busse in den Jahren 2008 und 2009 - mit Folgen für die Stadtwerke, denn im kommenden Jahr müssen laut Peter Scheuenstuhl zwei hauptsächlich auf der Linie 10 fahrende Midibusse ausgetauscht werden, was etwa 400.000 Euro kosten wird. Bisher seien bei der Busbeschaffung ca. 50 Prozent der Kaufsumme durch GVFG-Fördermittel gedeckt gewesen, nun jedoch „wird der volle Kaufpreis von uns aufzubringen sein".

„Die Stadt Bamberg leistet seit Jahren mit dem umfassenden und kostengünstigen ÖPNV-Angebot der Stadtwerke einen herausragenden Beitrag zur Reduzierung des Individualverkehrs in der Innenstadt", verwies Klaus Rubach auf die Förderung der Lebensqualität durch die Stadtbusse. Aus gutem Grund wollen die Stadtwerke daher künftig Zeit- und Mehrfachkartenbenutzer noch stärker belohnen, indem Bartarife und Monatsfahrkarten beim Kauf am Automaten rabattiert werden. Eine Mehrfartenkarte für Erwachsene ist dann 10 Cent günstiger als beim Kauf im Kundencenter. „Damit erleichtern wir den Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel", begründet Klaus Rubach die Entscheidung. An allen Verkaufsautomaten können Kunden mit Münzgeld und Geldwertkarte bezahlen. Am ZOB, am Bahnhof und in der Kloster-Banz-Straße besteht zusätzlich die Möglichkeit, den Betrag mit Scheinen zu begleichen.

Bei der Tarifanpassung wurde bereits an die anvisierte Verbundraumerweiterung zum VGN beziehungsweise die Verbundgründung innerhalb der Verkehrsgemeinschaft Bamberg gedacht. Bisher sei das Entgelt im Hinblick auf diese Neuerungen für die Tarifzone eins zu niedrig und für die Tarifzone zwei zu hoch. „Deshalb haben wir uns entschieden, die Tarifanpassung für das Fahrscheinsortiment in den Tarifzonen unterschiedlich zu bewerten" erläuterte Peter Scheuenstuhl. So verzichteten die Stadtwerke beim Einzelfahrschein in der Tarifzone zwei auf eine Preiserhöhung, während der Einzelfahrschein für Erwachsene in Zone eins um zehn Cent teurer werde.

Das Jahr 2008 werde in punkto ÖPNV einen Quantensprung bei der Technik bringen, warf Peter Scheuenstuhl einen Blick voraus. Mit der Teilnahme am DEFAS, dem „Durchgängigen Elektronischen Fahrgastinformations- und Anschlusssicherungssystem", werde Bamberg gemeinsam mit Bayreuth, Hof und Coburg in ein neues Zeitalter des öffentlichen Personennahverkehrs „einfahren". Ziele des Vorhabens sind die umfassende Information des Fahrgastes über Verspätungen auch bei Reisen über die Grenzen einer Stadt hinaus und die Verringerung der Fahrtzeiten der Busse durch Vorrangschaltungen an den Ampeln. Peter Scheuenstuhl: „Für die Umsetzung werden wir in den nächsten Monaten unter anderem Bordrechner in den Bussen installieren und Anzeiger zur dynamischen Fahrgastinformation an den Haltestellen anbringen."

Modernisierung der Parkhäuser

Auch beim Thema Parken heißt die Maxime Modernisierung. Im vergangenen Jahr hatten die Stadtwerke bereits das Parkhaus Zentrum Süd saniert, das sich nun heller und kundenfreundlicher präsentiert. Nach Abschluss der Sanierung des Parkhauses in der Schützenstraße und des ersten Bauabschnittes in der Tiefgarage Zentrum Nord passen die Stadtwerke Bamberg die Parktarife zum 1. Januar 2008 an. Der Preis für die dritte Parkstunde wird auf einen Euro erhöht, die Nacht- und Wochenendgebühren in den zentrumsnahen Parkhäusern und Tiefgaragen steigen ebenso um 50 Cent wie der Tarif fürs Wochenendparken in der Tiefgarage Konzert- und Kongresshalle.

Mit der Preisstabilität für die ersten beiden Stunden „sind wir weitgehend der Empfehlung von Professor Monheim aus dem Projekt Masterplan Innenstadt gefolgt", betonte Klaus Rubach. Die gestiegenen Energiekosten sowie die notwendige Sanierung des Parkhauses Zentrum Süd und der Tiefgarage Zentrum Nord für jeweils vier Millionen Euro hätten die Preisanpassung unerlässlich gemacht. Im Vergleich mit anderen Städten gleicher Größe stehe in Bamberg der Parkraum sehr kostengünstig und zudem in ausreichender Menge zur Verfügung, was auch für die bevorstehende Adventszeit zutreffe.

Erneuerung der Bäderlandschaft

Wohl eine der umfassendsten Veränderungen wird die Bäderlandschaft Bambergs in den kommenden Jahren erleben. Bereits in diesem Jahr begann der Umbau des Freibads Gaustadt und nach Ende der ersten, sechswöchigen Bauphase „liegen wir gut im Zeitplan", berichtete Christoph Jeromin, Sachgebietsleiter Bäder. Bisher gebe es keine Verzögerungen und so sei das Ziel realistisch, den Bauabschnitt eins zum Beginn der Freibadesaison 2008 abzuschließen. Die Kosten dafür beliefen sich inklusive der Planungsleistungen auf ca. 530.000 Euro. Neben dieser Investition belasteten auch die deutlich gestiegenen Energiekosten das Ergebnis der Stadtwerke Bamberg Bäder GmbH. „Der Betrieb unserer Bäder ist mit einem Stromverbrauch von knapp 800.000 Kilowattstunden pro Jahr sehr energieintensiv. Notwendige Konsequenz sei eine moderate Anpassung der Tarife in den Bädern zum 1. Januar 2008. Nach Preisstabilität seit 2003 wird sich zum Beispiel der Preis für den Einzeleintritt im Stadionbad um 10 Cent auf 2,60 Euro erhöhen. „Wir bieten damit weiterhin Erholung zu einem sehr günstigen Preis an", meint Klaus Rubach: „Andere Bäder in der Region verlangen zum Teil erheblich höhere Eintrittspreise als wir." Selbstverständlich würden die Mehreinnahmen nicht nur der Deckung des gestiegenen Defizits dienen, sondern auch zielgerichtet für die Sanierung und Angebotsverbesserung verwendet.

Stadtwerke stärken Standort Bamberg

Aufsichtsrat und Geschäftsführer gehen aus der letzten Beratung mit der Auffassung heraus, für die Zukunft gut gerüstet zu sein. „Die Weiterentwicklung von Qualität und Service steht für uns an erster Stelle. Auch ist es uns wieder gelungen, die Kostensteigerungen zum Großteil abzufedern und nur einen Teil an unsere Kunden weiter zu geben" so Klaus Rubach abschließend.

STWB Stadtwerke Bamberg GmbH

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