Stadtwerke setzen sich für nachhaltigen Trinkwasserschutz ein

(vom 10.10.2007)

Im Zuge des Ausbaus der ICE Neubaustrecke Nürnberg - Erfurt plant die Deutsche Bahn einen Bahnübergang zu verlegen. Der Neubau soll nach den vorgelegten Unterlagen, in der engeren Schutzzone einer Trinkwassergewinnungsanlage der Stadt Bamberg liegen. Dies bedeutet möglicherweise eine bestandsbedrohende Entwicklung für die dortigen Brunnen. Die Fachbehörden Wasserwirtschaftsamt Kronach, Gesundheitsamt Bamberg und das Landratsamt Bamberg sowie die Stadtwerke als Träger öffentlicher Belange haben ablehnende Stellungnahmen zu den Planungen der Bahn abgegeben. In einem Anhörungstermin am 11. Oktober muss die Regierung von Oberfranken nun die unterschiedlichen Interessen gegeneinander abwägen und daraufhin eine Entscheidung für oder gegen den nachhaltigen Trinkwasserschutz fällen.

„Nachhaltiger Trinkwasserschutz ist wichtiger denn je. Die Sicherstellung der langfristigen Versorgung Bambergs mit dem wichtigsten Lebensmittel, Trinkwasser, ist ohne ein festgesetztes Wasserschutzgebiet möglicherweise gefährdet." kommentiert Klaus Rubach, Geschäftsführer der Stadtwerke die Aktualität des Themas.

107 Brunnen sorgen derzeit für die qualitativ einwandfreie und ausreichende Versorgung mit Trinkwasser in Bamberg. Nur drei Brunnen in Gaustadt befinden sich derzeit in einem rechtskräftig festgesetzten Wasserschutzgebiet. Die restlichen 104 Brunnen sollen in einem behördlichen Verfahren als Wasserschutzgebiete ausgewiesen werden. Dieses Schutzgebietsverfahren, in dem unter anderem Schutzmaßnahmen für die Brunnen der Hirschaider Büsche festgelegt werden sollen, läuft seit Beginn der 90er Jahre.

Gegen die Pläne für ein Wasserschutzgebiet liegen über 1500 Einwendungen vor. Diese sprechen sich gegen mögliche Nutzungseinschränkungen der Grundstücke im Wasserschutzgebiet aus, zum Beispiel im Rahmen der Ausweitung von Gewerbeflächen und der damit einhergehenden Versiegelung von Oberflächen. Nach Einschätzung der Stadtwerke kann aber nur die Ausweisung eines Schutzgebietes die nachhaltige Versorgung mit einwandfreiem Wasser sicherstellen. „Die Bauvorhaben der Deutschen Bahn und des Betreibers des Main-Donau-Kanals haben einen direkten Einfluss auf unsere Fassungsgebiete" erklärt Christoph Jeromin, Sachgebietsleiter Betrieb Wasser der Stadtwerke. „Durch geplante Überbauungen und die zunehmende Versieglung von Oberflächen im Schutzgebiet kann der Schutz der Brunnengalerien nicht mehr zweifelsfrei garantiert werden" so Jeromin weiter.

Wenn die Stadtwerken nicht mehr genügend Trinkwasser aus eigenen Brunnen in den Wasserschutzgebieten fördern, müsste Wasser teuer über Fernwasserbezug eingekauft werden, betont Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Rubach. Dies würde der Kunde auch an seinem Geldbeutel bemerken. Der Bezug von Fernwasser ist deutlich kostspieliger als das vor Ort gewonnene Wasser. Die in Bamberg benötigte Menge steht in Oberfranken zudem nicht zur Verfügung.

Deshalb gibt es für die Stadtwerke keine Alternative zur Versorgung aus Brunnen vor Ort. Auch im Falle zunehmender Klimaschwankungen, könnte beim Wegfall von Brunnen die Versorgungssicherheit der Stadt bei anhaltenden Trockenperioden nicht mehr garantiert werden.

„Der langfristige und sichere Schutz unserer Lebensgrundlage Wasser, dem Lebensmittel Nummer eins, für unsere Kinder und Enkel muss heute gesichert werden" sind sich Oberbürgermeister Andreas Starke und Geschäftsführer Klaus Rubach einig.

Stadtwerke Bamberg
Energie- und Wasserversorgungs GmbH

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