Gasleitungen mit Ventil
Wir informieren

Aktuelle Informationen zur Energiekrise

Mit Blick auf den kommenden Winter sorgen sich die Menschen in Deutschland um die sichere Gasversorgung. Auch die Energiepreisentwicklungen und neue Umlagen werfen viele Fragen auf. Wir haben die Antworten.

Preisentwicklung an den Märkten

Der Energiemarkt befindet sich in einer nie dagewesenen Ausnahmesituation. Etliche Faktoren und Ereignisse haben dazu geführt, dass sich die Beschaffungspreise für Energie vervielfacht haben. Eine Prognose wie es weiter geht ist schwierig. Zudem gibt viele neue Regelungen, die diese Entwicklung beeinflussen sollen. Den Überblick zu behalten ist nicht ganz einfach. 

Derzeit können wir noch keine verbindliche Aussage sagen, wie hoch die Strom- und Gaspreise ab dem 1. Januar 2023 sein werden. Vor dem Hintergrund weltweit steigender Energiepreise müssen wir aber von Preissteigerungen für unsere Strom- und Gaskunden ausgehen. Die wichtige Nachricht: Durch unsere langfristige Beschaffungsstrategie werden diese Preise aller Voraussicht nach bei Weitem nicht so hoch sein, wie die Preise anderer Anbieter auf den bekannten Preisportalen. Wenn wir unsere Preise unserer Privat- und Gewerbeprodukte ändern, informieren wir die betroffenen Kundinnen und Kunden sechs Wochen vorher detailliert und transparent. 

Vom 1.10.22 bis zum 31.3.24 - also zwei Heizperioden lang - werden auf Gas nur 7 statt 19 Prozent Mehrwertsteuer erhoben. Die Stadtwerke Bamberg geben diese Entlastung unverzüglich und uneingeschränkt an ihre Kundinnen und Kunden weiter.

Unabhängig von der Energiekrise haben unsere Preisversprechen weiter Bestand. Allerdings gilt diese Garantie nur für alle Preisbestandteile, die wir auch tatsächlich beeinflussen können. Steuern, Abgaben und Umlagen zählen nicht dazu.

Die "Gasumlage" wurde von der Bundesregierung gesetzlich geregelt und liegt außerhalb unseres Einflussbereichs. Deshalb müssen wir diese zum 1. Oktober 2022 an alle Kunden weitergeben.

Gaspreisdeckeln und Gasumlage

Am 29. September hat die Bundesregierung angekündigt, dass die zum 1. Oktober geplante Gaspreisumlage nicht umgesetzt wird. Für die betroffenen Gasimporteure SEFE, Uniper und VNG werden direkt von der Bundesregierung unterstützt, damit die Versorgungssicherheit in Deutschland gestärkt wird.  

 

Die Bundesregierung hat am 29. September einen Strom- und einen Gaspreisdeckel angekündigt, um die Energiekosten für die Haushalte und Unternehmen wesentlich zu reduzieren. Details zu dem Verfahren und zur Höhe der Entlastung für die Verbraucher stehen noch nicht fest, sondern sollen ab Mitte Oktober von einer Gaspreiskommission entwickelt werden. Wir informieren an dieser Stelle, sobald uns weitere Erkenntnisse vorliegen.  

Versorgungssicherheit

Im Moment ist die Gasversorgung in Bamberg gesichert. Es ist ausreichend Gas an den Märkten vorhanden. Dies gilt sowohl für Haushaltskunden und soziale Dienste wie Krankenhäuser als auch für Fernwärme, Stromerzeugung und die deutsche Wirtschaft insgesamt. 

Die Lage an den Gasmärkten ist dramatisch. Durch die für die Gasversorgung in Deutschland sehr wichtige Ostseepipeline Nord Stream 1 liefert Gazprom aktuell nur 20 Prozent der möglichen Gasmenge. Sollten die russischen Gaslieferungen über Nord Stream 1 länger auf diesem niedrigen Niveau verharren, ist ein bis November angestrebter Füllstand von 95 Prozent in den deutschen Gasspeichern ohne zusätzliche Maßnahmen nicht erreichbar. Ein solcher Füllstand ist aber notwendig, damit auch über den Winter ein sicherer Betrieb der Gasinfrastruktur in Deutschland gewährleistet ist.

Link zu den aktuellen Füllständen

Unsere Behälter am Margaretendamm sind gefüllt, allerdings sind sie viel zu klein, um einen höheren Bedarf für die Erdgasversorgung zu speichern. Im Sommer decken sie den Bedarf der Kunden in unserem Netz für ca. 60 Stunden ab, im Winter aber - je nach Temperatur - gerade mal für rund sechs Stunden. Auch das Leitungsnetz hat ein gewisses Speichervolumen, abhängig vom Bedarf reicht diese Reserve ebenfalls für nur wenige Stunden.

Mit der Ausrufung der Alarmstufe im Notfallplan Gas durch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) steht Deutschland seit Juni vor einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage. Verbraucherinnen und Verbraucher sind jetzt besonders aufgerufen, so viel Energie wie möglich einzusparen.

Effektive Heizspartipps

In der jetzt ausgerufenen Stufe zwei des Notfallplans gibt es noch keine staatlichen Eingriffe. Die passieren erst in der Notfallstufe, wenn eine sogenannte Gasmangellage vorliegt. Dann wird es Kundengruppen geben, die besonders geschützt sind - Privathaushalte und soziale Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser. Außerdem gibt es Industrieunternehmen, denen dann Gas durch die Bundesnetzagentur zugeteilt wird. Welche Unternehmen, in welchem Ausmaß dann von Kürzungen betroffen sein werden, ist nicht die Entscheidung des örtlichen Verteilnetzbetreibers, sondern die Vorgabe der Bundesnetzagentur.

Detailinformationen der BNetzA zu "geschützten Kunden"

Die Stadtwerke Bamberg beziehen ihr Gas von einer mit weiteren regional verwurzelten Stadtwerken gegründeten Kooperationsgesellschaft. Diese kauft das Gas mit mehreren Jahren Vorlauf nicht bei einem, sondern bei einer Vielzahl von Handelspartnern und Großhändlern ein. Durch die Streuung auf mehrere Vorlieferanten mindern wir das Risiko von Lieferengpässen bestmöglich ab. Gleichzeitig wollen wir durch diese langfristige und vorausschauende Einkaufsstrategie unsere Kunden vor kurzfristigen Preisausschlägen schützen, die sie aktuell von der Tankstelle kennen oder bei vermeintlichen "Billiganbietern" im Internet erleben.

 

Das könnten Sie selbst tun

Unabhängig vom Krieg in der Ukraine und die Sorgen der Energieversorgung aus Russland ist die Wärmewende in Deutschland bereits eingeleitet. Ab 2025 dürfen Öl- und Gasheizungen nicht mehr als alleiniges Heizgerät eingebaut werden: Das gilt in Neubauten und in Bestandsgebäuden. Sollte bei Ihnen also ein Austausch anstehen, ist es sinnvoll, z. B. mit einem Energieberater einen individuellen Heizungssanierungsplan für Ihr Haus zu erarbeiten und zu besprechen, welche Heiztechnik für Sie am sinnvollsten ist. Auch unsere Kolleginnen und Kollegen stehen Ihnen gerne mit Tipps und Infos zur Seite.

Sparen, sparen, sparen! Das ist jetzt mehr denn je das Gebot der Stunde. Auch wenn der Winter gedanklich noch weit ist: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt zu schauen: Ist die Heizung richtig eingestellt? Wo kann ich meinen Verbrauch optimieren? Jede in Deutschland eingesparte Kilowattstunde wird uns helfen, besser und länger über den Winter zu kommen.

Tatsächlich hilft es auch, bewusst auf den Stromverbrauch zu achten und mit dem Rad oder dem Bus statt mit dem Auto zu fahren. Denn das spart nicht nur Energie, sondern senkt auch die persönlichen Kosten.

Spartipps

Weil die Gaspreise steigen, sind elektrische Heizlüfter gefragter denn je. Das dauerhafte Heizen mit Strom ist in der Regel jedoch keine gute Alternative:

  1. Strom ist noch teurer als Gas: Zwar sind Infrarot- und Nachtspeicherheizungen, Radiatoren oder Heizlüfter billig in der Anschaffung, die Betriebskosten haben es aber in sich: Für die Nutzung eines gängigen Gerätes mit 2.000 Watt Leistung und einer täglichen Nutzung von sechs Stunden werden rund 12 kWh benötigt. Umgerechnet schlägt der Strombedarf pro Heizlüfter bei einem Strompreis von 35 Cent je kWh mit 126 Euro pro Monat zu Buche.
     
  2. Bei Überlastung der Stromnetze droht ein flächendeckender Stromausfall: Wenn wegen Gas-Rationierung plötzlich Millionen Menschen elektrische Heizlüfter einschalten, kann es in regionalen Niederspannungsnetzen zu Problemen kommen. Weil der Netzbetreiber nicht einzelne Geräte ausschalten kann, kann es vorkommen, dass Teile des Stromnetzes sicherheitshalber abgestellt werden. Auch der Elektrotechnik-Verband VDE warnt vor langen Ausfällen.

Es ist nicht zwingend notwendig, uns zum 1. Oktober Ihren Zählerstand mitzuteilen. Für Ihre korrekte Abrechnung berechnen wir einfach den Gasverbrauch bis zu diesem Stichtag. Sie möchten uns dennoch Ihren Zählerstand mitteilen? Dann machen Sie einfach ein Foto von Ihrem Gaszähler und laden dieses in unserem Ableseportal hoch. Alternativ können Sie uns das Foto auch über unser Kontaktformular senden.

Die meisten unserer Kunden haben uns ein SEPA-Lastschriftmandat erteilt. Bei ihnen berechnen wir bei Preissteigerungen den Abschlag neu, informieren die Kunden schriftlich und buchen den neuen Abschlag zum nächsten Fälligkeitstermin ab. Wenn Sie sicher gehen möchten und ihren Abschlag zusätzlich anpassen möchten, so nutzen Sie bitte hierfür ausschließlich den geschätzten Zugang zu Ihrem Kundenkonto im Kundenportal

Kunden, die den Abschlag selbst überweisen oder bar bezahlen, sollten ihren Abschlag selbst anpassen, um hohe Nachzahlungen bei der jährlichen Energierechnung zu vermeiden. Noch bequemer ist es, uns ein SEPA-Mandat zu erteilen.