Aufsichtsrat macht Weg frei für günstigen und besseren Busverkehr in Bamberg

Aufsichtsrat macht Weg frei für günstigen und besseren Busverkehr in Bamberg

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Bamberg hat ein Maßnahmenpaket beschlossen, mit dem der Bamberger Stadtbusverkehr noch günstiger und leistungsfähiger werden soll. An den kommenden vier Adventssamstagen kann der Stadtbus im Bamberger Stadtgebiet komplett kostenlos genutzt werden. Wer ab 2020 freiwillig aus Alters- und Krankheitsgründen seinen Führerschein abgibt, bekommt ein Jahr lang ein kostenloses Busticket geschenkt. Zudem soll ein elektrisch betriebener Minibus auf einer neuen „Ringbuslinie“ die Erreichbarkeit der Innenstadt verbessern. Ferner wurden die Weichen dafür gestellt, dass die Preise für das Busfahren in Bamberg zum Jahreswechsel stabil bleiben.

Unter der Leitung von Oberbürgermeister Andreas Starke hat der Aufsichtsrat der Stadtwerke Bamberg in seiner Sitzung am Mittwoch wichtige Maßnahmen beschlossen – Ziel ist die Steigerung der Attraktivität des ÖPNV im Vergleich zum motorisierten Individualverkehr. „Nun soll die Bürgerschaft die beschlossenen Verbesserungen zeitnah nutzen können“, so Oberbürgermeister Andreas Starke. Im Einzelnen enthält das Paket Folgendes: 

1.) Kostenloses Fahren an den vier Adventssamstagen

An den kommenden vier Adventssamstagen – erstmals am 30. November – soll innerhalb Bambergs die Fahrt mit dem Bus der Stadtwerke komplett kostenlos sein. Die Aufsichtsräte sehen in dieser Entscheidung eine Marketingmaßnahme, um mehr Kunden auf den Bus umsteigen zu lassen. Das Angebot gilt in der Tarifstufe D im Bereich der Stadt Bamberg. Bewohner aus den Umlandgemeinden können die P+R-Plätze an der Kronacher Straße und am Heinrichsdamm nutzen und von hier kostenlos in die Innenstadt fahren. „Das ist eine gute Entscheidung für die Einkaufsstadt Bamberg“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Michael Fiedeldey.

2.) Kostenlose „Bamberger Einkaufskarte“ bei freiwilliger Abgabe des Führerscheins

Wer ab dem kommenden Jahr in der Führerscheinstelle des Straßenverkehrsamts an der Moosstraße dauerhaft seinen Führerschein abgibt, erhält ein Jahr lang die „Bamberger Einkaufskarte“ im Wert von über 250 Euro geschenkt. Sie ist übertragbar und gilt werktags ab 9 Uhr im gesamten Stadtgebiet. An den Wochenenden und Feiertagen ist die „Bamberger Einkaufskarte“ ganztags gültig. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Kunden, die alters- oder körperlich bedingt nicht mehr in der Lage sind, ein Auto zu fahren.

3.) Ab 30. November: kleine Elektrobusse auf der neuen „Ringbuslinie“

Ab dem Start der Adventszeit wollen die Stadtwerke ein Jahr lang den Einsatz von kleinen Elektrobussen auf einer „Ringbuslinie“ rund um die Bamberger Innenstadt testen. Die elektrisch betriebenen Kleinbusse werden entlang der Haltestellen Konzert- und Kongresshalle, Markusplatz, Parkhaus „Zentrum Nord“, Löwenbrücke, Deutsches Haus, „Luitpoldeck“, Lange Straße und „Am Kranen“ in kurzen, benutzerfreundlichen Abständen rund um die Innenstadt fahren. Die Elektrobusse sollen werktags zwischen 8 und 18 Uhr, samstags zwischen 10 und 18 Uhr eingesetzt werden. Auf der neuen Ringbuslinie sollen Erfahrungen mit einem neuen Fahrzeugtyp gesammelt werden, um ihn im Bamberger ÖPNV für neue Mobilitätsangebote einzusetzen – beispielsweise On-Demand-Services, bei denen die Fahrzeuge ohne Fahrplan und ohne feste Route unterwegs sind. Peter Scheuenstuhl, Leiter des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke Bamberg: „Kleine, emissionsfreie Elektrofahrzeuge können dort eine Lösung sein, wo ein regelmäßig fahrender Bus zu teuer ist. Die Kunden bestellen den Bus einfach dann, wenn sie ihn brauchen. Im Gegensatz zum Taxi sitzt der Fahrgast bei solchen ÖPNV-Angeboten nicht alleine im Fahrzeug, auch andere Mitfahrer können unterwegs mitgenommen werden.“

4.) Stabile Preise für das Busfahren im kommenden Jahr

Im kommenden Jahr sollen die Preise für das Busfahren in Bamberg, wie im gesamtem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN), stabil bleiben. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke hat sich einstimmig für die Aussetzung der bisher turnusmäßigen Tarifsteigerungen ausgesprochen. Die Tarifstabilität ist der Kernpunkt eines „Innovationspakets“ mit dem mehr Bürger zum Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr bewegt werden sollen – nicht nur Berufspendler, sondern auch Gelegenheitsfahrer.

5.) 365-Euro-Ticket für Schüler und Azubis

Nach den Plänen des VGN soll erstmals zum kommenden Schuljahr 2020/2021 allen Schülern und Auszubildenden ein „365-Euro-Jugendticket“ angeboten werden. Für umgerechnet einen Euro pro Tag sollen die Jugendlichen alle ÖPNV-Angebote im gesamten VGN-Gebiet nutzen können. Wer bisher von der Schulwegkostenfreiheit profitiert, kommt zukünftig in den Genuss des 365-Euro-Jugendtickets. Beim Semesterticket soll sich nichts ändern. Zur Umsetzung dieses Vorschlags müssen noch Details geklärt werden. Die Stadtwerke Bamberg haben die Staatsregierung aufgefordert, eine monatliche Teilzahlung zu ermöglichen.

6.) Ausbau der digitalen Angebote

Die Stadtwerke Bamberg wollen gemeinsam mit dem VGN den Ausbau der digitalen Angebote stärken. Es sind unter anderem E-Tickets geplant, bei denen die Fahrstrecke automatisch zum besten Preis abgerechnet wird. Davon werden insbesondere Gelegenheitsfahrer profitieren. Die Inhaber von Zeitkarten sollen für Anschlussfahrscheine einen Rabatt von 25 Prozent erhalten.

Oberbürgermeister Andreas Starke dankte im Namen des Aufsichtsrats den Mitarbeitern des Verkehrsbetriebs für die „herausragende Vorbereitung und Umsetzung“ des Maßnahmenpakets: „Die Entscheidungen des Aufsichtsrats sind ein deutlicher Schritt zur Attraktivitätssteigerung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs in Bamberg. Ich freue mich über die Initiative der Stadtwerke und die einmütige Unterstützung im Aufsichtsrat zur Stärkung des Busangebots für unsere Stadt.“

STWB Stadtwerke Bamberg GmbH