Parkpalette Lagarde Gelände Bamberg
Lagarde 4.0

Zukunftsweisende Wärmeversorgung und Mobilität für ein neues Stadtviertel

Mit einer Fläche von 20 Hektar ist das Lagarde-Quartier im Bamberger Osten eines der größten innerstädtischen Infrastrukturprojekte Deutschlands. Wo bis zum Jahr 2014 die US Army stationiert war, sollen in den kommenden Jahren bezahlbarer Wohnraum für 1.000 Menschen entstehen und Flächen für Gewerbe, Dienstleistungen, Kultur und soziale Einrichtungen geschaffen werden. Die Stadtwerke entwickeln das zukunftsweisende Strom-, Wärme- und Mobilitätskonzept.

Das Mobilitätskonzept

Mehr Raum für Grün, weniger Verkehr

Mehr Mobilität - volle Freiheit

Die Mobilitätskarte

  • VGN-Jahreskarte für 20 Jahre
  • Voller Zugriff auf Mobilitätsstationen mit E-Car- und Bikesharing

Die von der Stellplatzsatzung vorgeschriebene Quote an Parkplätzen für die Haushalte wird gedeckt durch:

mind. 20 % Mobilitätskarten

max. 80 % Parkplätze

Weniger Flächenverbrauch: Durch eine modulare Bauweise der Parkpaletten wird der Platzbedarf am tatsächlichen Bedarf angepasst.

Ideen- und Realisierungswettbewerb "Parkpaletten im Lagarde-Campus Bamberg"

Am 18. Februar hat ein Preisgericht über die Entwürfe für fünf Parkpaletten entschieden, die die Stadtwerke ab dem kommenden Jahr auf dem Lagarde-Campus bauen werden. Architekturbüros aus ganz Europa waren aufgefordert, an dem Realisierungs- und Ideenwettbewerb teilzunehmen. 

Grundlage für die Gestaltung der Parkplatten ist das Mobilitätskonzept, welches vorsieht, dass Parkplatzflächen jederzeit zurückgebaut werden können, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.

Die Architekten waren außerdem aufgefordert, die Gestaltung nicht allein auf das Parken zu reduzieren, sondern einen Wiedererkennungswert im Stadtquartier sowie eine identitätsstiftende Qualität für die Nutzer zu schaffen.

In den viergeschossigen Parkpaletten sollten Mobilitätsstationen für Lastenfahrräder, E-Scooter, -Roller und -Bikes vorgesehen werden.

Das Preisgericht bestand aus 10 Fachpreisrichtern (Architekten) und 9 Sachpreisrichtern (Stadträte, Verwaltung). Gemeinsam wurde eine Rangfolge der Arbeiten (1. bis 3. Preis) festgelegt, die wir hier gemäß Richtlinie für Planungswettbewerbe (RPW 2013) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit veröffentlichen.

Eine Ausstellung auf dem Lagardegelände ist wegen der aktuellen Corona-Krisensituation nicht möglich und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Platz 1

Teilnehmer 1001

Wittfoht Architekten BDA,
Prof. Jens Wittfoht, Stuttgart
MA: M.Sc. Felix Krummlauf, Cand.arch. Luis Garza T Perez

Unterlagen

Platz 2

Teilnehmer 1002

AV1 Architekten GmbH,
Prof. Dipl.-Ing. BDA Michael Schanné, Kaiserslautern
MA: Maryse Parr, Alexandra Jäger, Georgi Nikolov

Unterlagen

Platz 3

Teilnehmer 1003

Knoche Architekten BDA,
Prof. Christian Knoche Dipl.-Ing. Freier Architekt, Leipzig
MA: M.Sc. Architektur Johannes Fietze

Unterlagen

Teilnehmer 1004

Burkhard Mertens, Architekt, Halle

MA: Mhammad Alkhatib

Unterlagen

Wärmeversorgungskonzept Lagarde

Strom- und Wärmegewinnung aus erneuerbaren Energien werden miteinander gekoppelt, überschüssige Energie gespeichert und über eine Vernetzung sämtlicher Gebäude- und Anlagentechnik effizient genutzt. 

So funktioniert's:

Das Quartier wird vorwiegend durch Abwärme und Erdwärme, die beide durch Wärmepumpen nutzbar gemacht werden, versorgt. Der Strom zum Betrieb der Wärmepumpen wird von den Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Gebäude erzeugt. Über das Betriebsnetz kann überschüssiger PV-Strom im Sommer über eine Power-to-Gas Anlage im Erdgasnetz umgewandelt und zwischengespeichert werden. Im Winter wird dieses Gas dann mit Hilfe eines Blockheizkraftwerks wieder in Wärme und Betriebsstrom für die Wärmepumpen verfügbar gemacht. Diese Stromflüsse erfolgen über ein eigenes Betriebsnetz (gelb), um das Konzept wirtschaftlich zu halten. Die notwendige höher temperierte Wärme für Bestandsgebäude wird über das sog. warme Netz (rot) verteilt. Um den Anteil des direkt verbrauchten PV-Stroms in den Wärmepumpen zu erhöhen, wird dieser in den Gebäuden selbst auch noch mit Batterien gespeichert sog. Tagesspeicher. Alle Formen von Abwärme aus Abwasser oder gewerblicher Tätigkeit und auch sommerliche Überschusswärme wird über das sog. kalte Netz (blau) den Wärmepumpen zur Verfügung gestellt, im Erdreich zur Regeneration verwendet oder über Sondenbohrungen in größere Tiefen im Erdreich gespeichert. 

12 Cent pro kWh

Sonnenstrom und Erdwärme sind unabhängig von Börsenpreisen und Marktschwankungen. Daher können wir heute schon einen Wärmepreis für die nächsten 10 Jahre festlegen: er wird bei etwa 12 Cent pro kWh liegen. In diesem Preis sind Fix-Kosten für Erschließung der Umwelt- und Abwärme, die Hausanschlüsse sowie die technischen Anlagen in den Gebäuden enthalten, es handelt sich also um sogenannte Vollkosten. Zusätzliche Kosten und Aufwand, der sonst für die Anschaffung der Heizungsanlage, regelmäßige Wartungen, Schornsteinfeger und Abgasmessungen entstehen, entfallen komplett. Die Wärme kommt einfach aus der Leitung.

Machbarkeitsstudie

Eine Machbarkeitsstudie hat die Realisierbarkeit einer integrierten Lösung für eine umweltfreundliche, bedarfsgerechte und zukunftssichere Quartiersversorgung analysiert. Sie wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit 480.000 Euro im Rahmen des Programms „Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0“ gefördert.

Vorgabe ist, dass mindestens 50 Prozent der Wärme regenerativ – und am besten vor Ort – erzeugt werden; nur zur Abdeckung von Spitzen und Absicherung der Versorgung soll das in der Nähe liegende Fernwärmenetz eingesetzt werden.

Das Konsortium

Fraunhofer-Institut (IEE)

Insititut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE), Kassel

  • Berechnung der Wärme- und Kühlbedarfe
  • Auslegung großer Wärmespeicher
  • Technische Bewertung der Trinkwarmwassersysteme.
  • Betrachtung sektorkoppelnder Systeme, die das Zusammenspiel des Strom- und Wärmenetzes sowie der Elektromobilität wesentlich verbessern sollen.

 

Otto-Friedrich-Universität

Lehrstuhl für Persönlichkeitspsychologie und Psychologische Diagnostik, Personal- und Sozialpsychologie, Bamberg

  • Erfassung der Bedarfe und Akzeptanz für unterschiedliche Optionen zu prüfen, um die Projektplanungen auf die Lebensentwürfe der unterschiedlichen Gruppen im Quartier auszurichten
BUILD.ING

Consultants + Innovators GmbH (BCI), Nürnberg

  • Erarbeitung der Bewerbungsunterlagen für eine geförderte Machbarkeitsstudie (Modul I) im Rahmen der Förderbekanntmachung „Wärmenetzsysteme 4.0“
  • Analyse der unterschiedlichen Versorgungskonzeptvarianten für die inhaltliche Koordination der Machbarkeitsstudie 
Stefan Loskarn
Ihr Ansprechpartner

Stefan Loskarn

0951 77-6144
stefan.loskarn(at)stadtwerke-bamberg(dot)de