Lagarde 4.0

Zukunftsweisende Wärme- und Mobilitätskonzepte für ein neues Stadtviertel

Mit einer Fläche von knapp 20 Hektar ist das Lagarde-Quartier im Bamberger Osten eines der größten innerstädtischen Infrastrukturprojekte Deutschlands. Es ist Teil einer insgesamt ehemals ca. 420 Hektar großen Konversionsfläche in Bamberg, die bis zum Jahr 2014 von der US Army genutzt wurde. 

Gemeinsam mit Investoren aus ganz Deutschland realisiert die Stadt Bamberg hier bezahlbaren Wohnraum für ca. 1.200 Familien sowie Flächen für Gewerbe, Dienstleistungen, Kultur und soziale Einrichtungen. Die Stadtwerke entwickeln das zukunftsweisende Wärme- und Mobilitätskonzept und bauen ein flächendeckendes Glasfasernetz auf.

 

Das Wärmekonzept

Wärmeversorgungskonzept Lagarde

Strom- und Wärmegewinnung aus erneuerbaren Energien werden miteinander gekoppelt, überschüssige Energie gespeichert und über eine Vernetzung sämtlicher Gebäude- und Anlagentechnik effizient genutzt. 

Das Quartier wird vorwiegend durch Abwärme und Erdwärme, die beide durch Wärmepumpen nutzbar gemacht werden, versorgt. Der Strom zum Betrieb der Wärmepumpen wird von den Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Gebäude erzeugt. Über das Betriebsnetz kann überschüssiger PV-Strom im Sommer über eine Power-to-Gas Anlage im Erdgasnetz umgewandelt und zwischengespeichert werden. Im Winter wird dieses Gas dann mit Hilfe eines Blockheizkraftwerks wieder in Wärme und Betriebsstrom für die Wärmepumpen verfügbar gemacht. Diese Stromflüsse erfolgen über ein eigenes Betriebsnetz (gelb), um das Konzept wirtschaftlich zu halten. Die notwendige höher temperierte Wärme für Bestandsgebäude wird über das sog. warme Netz (rot) verteilt. Alle Formen von Abwärme aus Abwasser oder gewerblicher Tätigkeit und auch sommerliche Überschusswärme wird über das sog. kalte Netz (blau) den Wärmepumpen zur Verfügung gestellt, im Erdreich zur Regeneration verwendet oder über Sondenbohrungen in größere Tiefen im Erdreich gespeichert. 

Viele Vorteile

  • Sonnenstrom und Erdwärme unabhängig von Marktschwankungen, Börsen- und CO2-Preisen
  • Günstigen Einstiegspreis für die Wärmeversorgung
  • Die Wärme kommt einfach aus der Leitung
  • Initialkosten für Technik und Infrastruktur mit Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium
  • Zusätzliche Kosten und Kein Aufwand für der Heizungsanlage, regelmäßige Wartungen, Schornsteinfeger und Abgasmessungen

Machbarkeitsstudie

598 T

Im Rahmen des Programms „Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0“ hat das  Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) zunächst eine Machbarkeitsstudie mit 598.230 Euro gefördert. Die Untersuchung hat die Realisierbarkeit einer integrierten Lösung für eine umweltfreundliche, bedarfsgerechte und zukunftssichere Quartiersversorgung analysiert. Vorgabe ist, dass mindestens 50 Prozent der Wärme regenerativ – und am besten vor Ort – erzeugt werden; nur zur Abdeckung von Spitzen und Absicherung der Versorgung soll das in der Nähe liegende Fernwärmenetz eingesetzt werden.

Umsetzung

7,6 Mio

Mit 7,65 Millionen Euro fördert der Bund die Umsetzung des Wärmekonzepts 4.0 auf Lagarde. Die Stadtwerke Bamberg investieren hierfür 18 Millionen Euro.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier

„Die Dekarbonisierung der Fernwärme ist ein wichtiger Baustein der Wärmewende. Zur Erreichung dieses Ziels will die Bundesregierung eine neue Förderung für die langfristige Umstellung von Wärmenetzen auf erneuerbare Wärme und Abwärme schaffen und die sehr erfolgreiche Förderung für neue Wärmenetze der 4. Generation weiter fortsetzen. Das Projekt in Bamberg belegt, dass innovative Lösungen für erneuerbare Fernwärme technisch möglich und wirtschaftlich sind.“

Bauarbeiten sind gestartet

Im Sommer 2020 wurden auf dem zukünftigen Kulturplatz zwischen Post- und Reithalle die Vorbereitungen für das 55 Erdsonden umfassende Energiefeld vorangetrieben. Eine erste Pilotbohrung in 120 Metern Tiefe, verbunden mit Untersuchungen des geologischen Untergrunds und einem Thermoresponse-Test hat die Eignung des Untergrunds als Energiespeicher bestätigt.

Im Herbst/Winter 2020 werden die ersten Erdkollektoren unter den Neubauten erreichtet. Im Frühjahr 2021 startet der Bau der Energiezentrale, die das Herzstück der Energieversorgung auf dem Konversionsquartier darstellen wird.

Parallel dazu wurden mehr als ein Kilometer des kalten Nahwärmenetzes verlegt. Neben dem Strom- und dem Wassernetz wurde auch das Glasfasernetz aufgebaut - das Rückgrat für die Vernetzung der Gebäudetechnik


Das Mobilitätskonzept

Mehr Raum für Grün, weniger Verkehr

Die Mobilitätskarte

  • VGN-Jahreskarte für 20 Jahre
  • Voller Zugriff auf Mobilitätsstationen mit E-Car- und Bikesharing
  • Mehr Mobilität – volle Freiheit

Die von der Stellplatzsatzung vorgeschriebene Quote an Parkplätzen für die Haushalte wird gedeckt durch:

mind. 20 % Mobilitätskarten

max. 80 % Parkplätze

Weniger Flächenverbrauch: Durch eine modulare Bauweise der Parkpaletten wird der Platzbedarf am tatsächlichen Bedarf angepasst.

Platz 1

Teilnehmer 1001

Wittfoht Architekten BDA,
Prof. Jens Wittfoht, Stuttgart
MA: M.Sc. Felix Krummlauf, Cand.arch. Luis Garza T Perez

Unterlagen

Platz 2

Teilnehmer 1002

AV1 Architekten GmbH,
Prof. Dipl.-Ing. BDA Michael Schanné, Kaiserslautern
MA: Maryse Parr, Alexandra Jäger, Georgi Nikolov

Unterlagen

Platz 3

Teilnehmer 1003

Knoche Architekten BDA,
Prof. Christian Knoche Dipl.-Ing. Freier Architekt, Leipzig
MA: M.Sc. Architektur Johannes Fietze

Unterlagen

Teilnehmer 1004

Burkhard Mertens, Architekt, Halle

MA: Mhammad Alkhatib

Unterlagen

Ideen- und Realisierungswettbewerb "Parkpaletten im Lagarde-Campus Bamberg"

Am 18. Februar hat ein Preisgericht über die Entwürfe für fünf Parkpaletten entschieden, die die Stadtwerke ab dem kommenden Jahr auf dem Lagarde-Campus bauen werden. Architekturbüros aus ganz Europa waren aufgefordert, an dem Realisierungs- und Ideenwettbewerb teilzunehmen. 

Grundlage für die Gestaltung der Parkplatten ist das Mobilitätskonzept, welches vorsieht, dass Parkplatzflächen jederzeit zurückgebaut werden können, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.

Die Architekten waren außerdem aufgefordert, die Gestaltung nicht allein auf das Parken zu reduzieren, sondern einen Wiedererkennungswert im Stadtquartier sowie eine identitätsstiftende Qualität für die Nutzer zu schaffen.

In den viergeschossigen Parkpaletten sollten Mobilitätsstationen für Lastenfahrräder, E-Scooter, -Roller und -Bikes vorgesehen werden.

Das Preisgericht bestand aus 10 Fachpreisrichtern (Architekten) und 9 Sachpreisrichtern (Stadträte, Verwaltung). Gemeinsam wurde eine Rangfolge der Arbeiten (1. bis 3. Preis) festgelegt, die wir hier gemäß Richtlinie für Planungswettbewerbe (RPW 2013) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit veröffentlichen.

Eine Ausstellung auf dem Lagardegelände ist wegen der aktuellen Corona-Krisensituation nicht möglich und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Ihr Ansprechpartner

Stefan Loskarn

0951 77-6144
stefan.loskarn(at)stadtwerke-bamberg(dot)de