Lagarde 4.0

Zukunftsweisende Wärme- und Mobilitätskonzepte für ein neues Stadtviertel

Mit einer Fläche von knapp 20 Hektar ist das Lagarde-Quartier im Bamberger Osten eines der größten innerstädtischen Infrastrukturprojekte Deutschlands. Gemeinsam mit Investoren aus ganz Deutschland realisiert die Stadt Bamberg hier bezahlbaren Wohnraum für ca. 1.200 Familien sowie Flächen für Gewerbe, Dienstleistungen, Kultur und soziale Einrichtungen.

Das zukunftsweisende Energiekonzept: Strom- und Wärme kommen aus erneuerbaren Energie und werden gekoppelt, überschüssige Energie wird gespeichert und über eine Vernetzung sämtlicher Gebäude- und Anlagentechnik effizient genutzt.

Wärmekonzept

Unser intermodales Mobilitätskonzept basiert auf dem ÖPNV und Sharing-Gedanken. Es bietet eine sinnvolle Alternative zum eigenen Auto und sorgt damit für weniger Flächenversiegelung und höhere Aufenthaltsqualität.

Mobilitätskonzept

Das Konzept für Wärme

Wärme 4.0

Kollektoren in der Erde und im Abwasserkanal "sammeln" die Wärme auf. Wärmepumpen in den Gebäuden erhitzen damit Wasser, das über die Wasserleitung und die Fußbodenheizung bei den Bewohnerinnen und Bewohnern ankommt. 

Der Strom zum Betrieb der Wärmepumpen wird über die Photovoltaikanlagen auf den Dächern erzeugt.

Wird an sonnenreichen Tagen zu viel Strom produziert, wird er in Batterien in der Energiezentrale gespeichert; überschüssige Wärme wird unterhalb der Gebäude gespeichert.

Im Winter springen zwei erdgasbetriebene Blockheizkraftwerke in der Energiezentrale ein, um die Stromversorgung der Wärmepumpen zu gewährleisten. Die dabe erzeugte Prozesswärme wird in Pufferspeichern gesammelt.

Viele Vorteile

  • Sonnenstrom und Erdwärme unabhängig von Marktschwankungen, Börsen- und CO2-Preisen
  • Günstiger Einstiegspreis für die Wärmeversorgung
  • Die Wärme kommt einfach aus der Leitung
  • Initialkosten für Technik und Infrastruktur mit Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium
  • Keine zusätzlichen Kosten und Aufwand für die Heizungsanlage: regelmäßige Wartungen, Schornsteinfeger und Abgasmessungen entfallen

Machbarkeitsstudie

598 T

Im Rahmen des Programms „Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0“ hat das  Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) zunächst eine Machbarkeitsstudie mit 598.230 Euro gefördert. Die Untersuchung hat die Realisierbarkeit einer integrierten Lösung für eine umweltfreundliche, bedarfsgerechte und zukunftssichere Quartiersversorgung analysiert. Vorgabe ist, dass mindestens 50 Prozent der Wärme regenerativ – und am besten vor Ort – erzeugt werden; nur zur Abdeckung von Spitzen und Absicherung der Versorgung soll das in der Nähe liegende Fernwärmenetz eingesetzt werden.

Umsetzung

7,6 Mio

Mit 7,65 Millionen Euro fördert der Bund die Umsetzung des Wärmekonzepts 4.0 auf Lagarde. Die Stadtwerke Bamberg investieren hierfür 18 Millionen Euro.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier

„Die Dekarbonisierung der Fernwärme ist ein wichtiger Baustein der Wärmewende. Zur Erreichung dieses Ziels will die Bundesregierung eine neue Förderung für die langfristige Umstellung von Wärmenetzen auf erneuerbare Wärme und Abwärme schaffen und die sehr erfolgreiche Förderung für neue Wärmenetze der 4. Generation weiter fortsetzen. Das Projekt in Bamberg belegt, dass innovative Lösungen für erneuerbare Fernwärme technisch möglich und wirtschaftlich sind.“

Bauarbeiten sind gestartet

Im Sommer 2020 wurden auf dem zukünftigen Kulturplatz zwischen Post- und Reithalle die Vorbereitungen für das 55 Erdsonden umfassende Energiefeld vorangetrieben. Eine erste Pilotbohrung in 120 Metern Tiefe, verbunden mit Untersuchungen des geologischen Untergrunds und einem Thermoresponse-Test hat die Eignung des Untergrunds als Energiespeicher bestätigt.

 

Meilensteine

2020

 

Aufbau des Strom-, Wasser- und Glasfasernetzes - die Lebensadern der vernetzten Gebäudetechnik.

2021

 

Frühjahr

Die "Fußbodenheizung" des Lagarde-Campus entsteht. Errichtung der ersten Erdkollektoren unter den Neubauten.

Mai

Spatenstich für den Bau der Energiezentrale - das Herzstück der Energieversorgung 

Das Konzept für Mobilität

Mehr Raum für Grün, weniger Auto-Verkehr

Die von der Stellplatzsatzung vorgeschriebene Quote an Parkplätzen für die Haushalte wird gedeckt durch:

  • mind. 20 % Mobilitätskarten

  • max. 80 % Parkplätze

Die Mobilitätskarte

  • VGN-Jahreskarte für 20 Jahre
  • Voller Zugriff auf Mobilitätsstationen mit E-Car- und Bikesharing
  • Mehr Mobilität – volle Freiheit

Multifunktionale Parkpaletten

In einem europaweiten Architekturwettbewerb hat sich das Architekturbüro wittfoht architekten planung GmbH
mit seinem Entwurf für die Parkpaletten durchgesetzt.

Die Anforderungen an die Parkpaletten:

  • Die Gestaltung soll einen Wiedererkennungswert im Stadtquartier sowie eine identitätsstiftende Qualität für die Nutzer schaffen
  • In die Gebäude sollen Mobilitätsstationen für Leih(-Lasten)-Räder, Carsharing, E-Scootern etc. integriert werden

 

 

P3

  • Begrünte Fassade
  • PV-Anlage auf dem Dach (Spitzenleistung ca. 200 KW - Jahresertrag: 170.000 bis 180.000 kWh)
  • E-Ladestationen
  • Mobilitätsstation für E-(Lasten-)Räder, Carsharing (meiaudo)

Baubeginn: Herbst 2021

P1

  • PV-Anlage auf dem Dach (Spitzenleistung ca. 200 KW - Jahresertrag: 170.000 bis 180.000 kWh)
  • E-Ladestationen
  • Mobilitätsstation für E-(Lasten-)Räder, Carsharing (meiaudo)

Baubeginn: Anfang 2023


Ihr Ansprechpartner

Stefan Loskarn

0951 77-6144
stefan.loskarn(at)stadtwerke-bamberg(dot)de