Hochbehälter Rothof Planungsstand Januar 2020
Infos zum Hochbehälter Rothof

Sichere Trinkwasserversorgung für die kommenden Generationen

Hintergründe zum Bau des neuen Hochbehälters

Derzeit gibt es den Hochbehälter Rothof (Baujahr 1956) und den Hochbehälter Wildensorg (Baujahr 1964). Sie sind nicht mehr auf dem Stand der Technik und müssen ersetzt werden. Mit einem neuen Hochbehälter am Rothof wollen die Stadtwerke die Versorgung mit Trink- und Löschwasser in Wildensorg und in der St.-Getreu-Straße zukunftsfähig machen.

Die Planung findet in enger Abstimmung mit dem Naturschutzbeirat und interessierten Bürgerinnen und Bürgern statt.

Lesen Sie hier alles zum aktuellen Stand und erfahren Sie, warum es keinen besseren Standort gibt: für die Versorgungssicherheit und für die Umwelt.

Darum ist der neue Hochbehälter für die Trinkwasserversorgung so wichtig

  • Sicherung der Versorgungssicherheit der Bewohner im Gebiet mit Trinkwasser in höchster Qualität.
  • Die vorgeschriebenen Löschwassermengen in Wildensorg und der oberen St.-Getreu-Straße werden gesichert. Ohne eine gesicherte Löschwasserversorgung sind in den genannten Gebieten keine Neubauten und auch keine Um- und Anbauten nur noch sehr begrenzt möglich.
  • Verbesserung des Wasserdrucks im Bereich der Wildensorger Hauptstraße

Aus Acker wird Blühwiese

Der neue unterirdische Hochbehälter soll auf der landwirtschaftlichen Fläche neben dem Rothof entstehen. Bisher wird die Fläche zwischen Linde, Kirschallee und Michelsberger Wald intensiv landwirtschaftlich genutzt; im Sommer steht der Raps mehrere Meter hoch. Der Standort des Hochbehälters liegt ungefähr 120 Meter westlich von dem Naturdenkmal Alte Linde. Der größte Teil des Hochbehälters liegt unterirdisch. Oberirdische Gebäudeteile werden durch einen natürlichen Hügel, der etwa 3,50 m herausragt, verdeckt. Heraus schaut nur der Eingangsbereich, der mit Gabionen (mit Steinen gefüllten Schüttkörben) verkleidet wird und damit einen Lebensraum für Kleintiere schafft. Die Stadtwerke pflanzen Bäume und Hecken, damit naturnahes Wäldchen entsteht; der Acker rund herum wird in eine Blühwiese umgewandelt und Bänke zum Verweilen werden aufgestellt.

Meilensteine

Herbst 2018Zur Sicherung der Trinkwasserversorgung in Wildensorg und im oberen Berggebiet ist der neubau eines Trinkwasserbehälters unverzichtbar. Die Stadtwerke stellen ihre Pläne der Öffentlichkeit, den betroffenen Bürgervereinen und Initiativen wie "Bewahrt die Bergstadt" vor.  
Frühjahr 2019Gemeinsam mit den Bürgern und dem Naturschutzbeirat der Stadt Bamberg werden die Planungen weiterentwickelt: der ursprünliche Standort wird verworfen. der neue Standort liegt rund 100 Meter weiter westlich. Höhe und Gestaltung des oberirdischen Einstiegsbauwerks werden entsprechend den Bürgerwünschen modifiziert.   
03.07.2019Die Mitglieder des Bau- und Werksenats besichtigen gemeinsam mit interessierten Bürgern den Standort. Bei der anschließenden Sitzung stimmt das Gremium der baurechtlichen Genehmigung für den Trinkwasserbehälter im Abstand von rund 120 Metern zur Linde zu.
26.09.2019Die Bürgerversammlung in Bug beschließt, dass der Bau des Trinkwasserbehälters erneut im Stadtrat behandelt werden soll.
21.11.2019

Die Stadtwerke informieren im Rahmen einer Infoveranstaltung im Gasthaus Heerlein ihre Pläne für den Bau des Trinkwasserhochbehälters. Es besteht Konsens unter allen Anwesenden, dass unter den gegebenen Rahmenbedingungen (z.B.: Höhenprofil, geologischer Untergrund) der gewählte Standort der beste ist. 

 

Zur Präsentation

27.11.2019

Wie in der Bürgerversammlung in Bug beschlossen erfolgt die neuerliche Behandlung des Projekts im Stadtrat. Der Stadtrat bestätigt den Standort und beauftragt, folgende Gestaltungsvorschläge aus der Infoveranstaltung vom 21.11.2019 zu prüfen:

 

  • Drehung des Baukörpers um 90 Grad
  • Verzicht auf die Einzäunung
  • Nutzung der historischen Wegtrasse als Zufahrt zum Gebäude
 
16.12.2019

Vorstellung der Planungsentwürfe im Naturschutzbeirat mit folgendem Ergebnis:

 

  1. Die Drehung um 90 Grad würde dazu führen, dass das Gebäude 20 Meter näher an die Alte Linde rückt und 47 cm weiter aus dem Erdreich ragt. --> Ablehnung durch den Naturschutzbeirat.
  2. Möchte man auf Einzäunung verzichten, muss das Gebäude besonders gesichert werden. Dazu dient eine Gabionenwand, die der Natur einen großen Entfaltungsspielraum gibt. (Die Auswahl des Gesteins für die Gabionenwand und die Zufahrt sowie die Auswahl der Hölzer für die Begrünung des Umfelds soll in enger Absprache zwischen den Stadtwerken und dem Sachgebiet Naturschutz und Landschaftspflege im Amt für Umwelt, Brand und Katastrophenschutz geschehen.)
  3. Die historische Wegtrasse ist komplett überwachsen. Um diese zu nutzen, wäre ein größerer Eingriff in die Natur und die Versiegelung einer größeren Fläche als das bei der Schaffung eines neuen direkten, kürzeren Weges der Fall ist. --> Ablehnung durch den Naturschutzbeirat.
 
23.01.2020

Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Wildensorg e. V.: Vorstellung des aktuellen Planungsstands

 

Zur Präsentation

12.02.2020Der Bau- und Werksenat folgt der Meinung des Naturschutzbeirats und gibt mit überwältigender Mehrheit entgültig grünes Licht für den Bau des Trinkwasserhochbehälters.  
24.02.2020Nach dem Beschluss im Bau- und Werksenat erhalten die Stadtwerke Bamberg die Baugenehmigung für den Trinkwasserhochbehälter auf dem Rothof. 
März 2020

Baubeginn für die Wasserleitung, über die der neue Hochbehälter an das Netz angeschlossen werden soll. Die Leitung mit einem Durchmesser von 200 Millimetern wird vom Parkplatz an der St.-Getreu-Straße bis zur Kirschallee im Bohrspülverfahren verlegt. Die neue Leitung verläuft hier auf der Trasse der alten Leitung zum alten Hochbehälter Rothof. Im weiteren wird die Leitung quer über den Acker bis zum Hochbehälter verlegt, hier in offener Bauweise. Diese Leitungsarbeiten sollen bis zum Ende des Sommers abgeschlossen sein.

 

Fragen und Antworten zum Hochbehälter Rothof

Es wurde intensiv geprüft, ob die bestehenden Hochbehälter saniert oder an ihren bestehenden Standorten neu gebaut werden könnten. Eine reine Sanierung der bestehenden Hochbehälter ist nicht möglich, da sie zu klein für die zukünftige Trink- und aktuellen Löschwasserbedarfe im oberen Berggebiet und in Wildensorg sind. Eine Sanierung inkl. Erweiterung der bestehenden Hochbehälter ist aus folgenden Gründen ausgeschlossen:

  • Während der Bauzeit wäre die Trinkwasserversorgung nicht gewährleistet.
  • Die in zwei Hochbehältern vorzuhaltenden Wassermengen wären größer, als die Menge in einem Wasserbehälter. Entsprechend wäre der Flächenbedarf für zwei erweiterte Hochbehälter weitaus größer, als der Flächenbedarf eines einzelnen Hochbehälters. 
  • Da sich die Behälter im Wald befinden, müssten hierfür Bäume gefällt werden. Das ist bei dem neuen Standort auf dem Acker nicht notwendig.   
  • Auch das alte Leitungsnetz zwischen dem bestehenden Wildensorger Hochbehälter und dem Wildensorger Friedhof müsste komplett erneuert werden. 
  • Am Ende müssten die deutlich höheren Kosten beim Bau und Betrieb von zwei Hochbehältern auf den Wasserpreis für die Kunden umgelegt werden.
  • Mit der Sanierung des alten Hochbehälters entstünde keine Erhöhung des Wasserdrucks für die Bürger in Wildensorg.

Das Gleiche gilt auch, wenn man an den bestehenden Standorten zwei komplett neue Trinkwasserbehälter bauen würde.

Es wurde intensiv geprüft, ob ein Standort nahe dem Sendemast möglich ist. Leider ist dieser Standort mit zwei Grundproblemen verbunden (oberste Grafik):

  • Das Höhenprofil des Geländes: Im Nord-Süd-Verlauf Richtung Wildensorg steigt das Gelände zunächst um rund 5 Meter an und fällt südlich der Linde wieder ab.
  • Felsiger Untergrund ab drei Metern Tiefe erschwert Tiefbauarbeiten erheblich.

Bei einem Neubau nahe dem Sendemast müssten die Leitungen nach Wildensorg in einer Tiefe von bis zu acht Metern verlegt werden (mittlere Grafik), was den Vorgaben für die Planung von Wassernetzen widerspricht. Im Störfall müssten Leitungen erst ausgegraben werden – es wäre keine störungsfreie Trinkwasserversorgung von Wildensorg gewährleistet. Der felsiger Untergrund ab drei Metern bedeutet großer Aufwand beim Bau mit bergmännischem Vorgehen.

Alternative hierzu (untere Grafik): Der Hochbehälter und die Leitung müssten um ca. 5 Meter angehoben werden, damit das benötigte gleichmäßige Gefälle in Richtung Wildensorg gewährleistet ist. Das Gelände muss großflächig mit geschätzt 40.000 Kubikmetern Erde aufgeschüttet werden (magenta-farbener Bereich) – das entspricht über 7.000 Lkw-Ladungen mit einem 18 Tonner.

Hintergrund - Investitionsprojekt 2025

Wasser ist unser Lebensmittel Nummer 1. Damit das Trinkwasser auch für die kommenden Generationen in bester Qualität aus der Leitung kommt, betreiben die Stadtwerke einen Millionenaufwand. Seit 2010 wurden rund viele Einzelmaßnahmen des Zukunftskonzeptes Wasser 2025 erfolgreich abgeschlossen. Herausragende Projekte waren der Neubau des Wasserwerks am Stadtwald und der Neubau des Trinkwasserhochbehälters West unterhalb der Altenburg.

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