Historie

Trinkwasser in Bamberg: Eine bewegte Geschicht

Egal wann, egal wie warm oder kalt es ist, und egal wie lange es nicht geregnet hat: Trinkwasser können Sie zu jeder Zeit zuverlässig und in einwandfreier Qualität aus den Bamberger Wasserhähnen zapfen. Ein unschätzbarer Komfort, den wir alle heute genießen. Doch bis dahin war es ein weiter Weg für das Trinkwasser und für die Stadtwerke Bamberg, die heute für eine sichere und unabhängige Wasserversorgung in Bamberg sorgen.

1800

Die Stadt der 1.000 Brunnen

Bis Ende des 19. Jahrhunderts beziehen die Bamberger ihr Wasser nicht wie heute aus dem Wasserhahn, sondern direkt aus Brunnen.In Bamberg-Ost gibt es damals gut 1.000 Hausbrunnen, jedes zweite Haus besitzt einen. Die meisten Bamberger schöpfen das Wasser aus öffentlichen Brunnen und müssen es von dort in schweren Fässern und Eimern nach Hause bringen.

1874

Das erste Bamberger Wasserwerk geht in Betrieb

Statt der ursprünglichen Idee, Wasser aus der Regnitz abzuleiten, wird das erste Bamberger Wasserwerk gebaut: das „Mühlen-Wasserwerk“ in der Bru-dermühle. Mit Hilfe der Wasserkraft der Regnitz wird Grundwasser aus zwei Brunnen im Geyerswörth gefördert. Wasserleitungen werden gebaut und leiten das Wasser in 57 Bamberger Wohnhäuser, zu Hydranten und öffent-lichen Laufbrunnen. Für die Wasser-versorgung ist damals die „Bamberger Wasserwerk AG“ zuständig.

1888

Die Wasserversorgung geht in die öffentliche Hand über

Mit 2.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr ist die Wasserversorgung im Jahr 1888 eine so wichtige Angele-genheit für die Stadt Bamberg, dass sie das Wasserwerk kauft. Samt Rohren und technischer Installatio-nen kostet es 1,03 Millionen Mark.

1893Bau der ersten Hochbehälter

Bald bauen die Bamberger die ersten Hochbehälter, um Wasser in einer hohen Lage zu speichern und bei Bedarf mit ausreichend Druck wieder ins Leitungsnetz einzuspeisen.

1914

Das Wasserwerk am Stadtwald geht ans Netz

Die Bamberger Bevölkerung sowie der Wasserverbrauch pro Kopf wach-sen immer weiter. Deshalb erwirbt die Stadt Bamberg 1912 ein neues Gebiet zur Wassergewinnung: den Stadtwald. Dort geht am 1. September 1914 das „Stadtwald-Wasserwerk“ ans Netz.

1945

Nachkriegszeit: Zerstörung, Neuaufbau und Ausbau

Bamberg und seine Wasserleitungen müssen nach dem Zweiten Weltkrieg Stück für Stück wieder aufgebaut werden. Mit der Stationierung der amerikanischen Armee wird außerdem noch mehr Wasser benötigt. Diesen Bedarf decken zusätzliche Pumpwerke mit 32 neuen Brunnen in den Hirschai-der Büschen.

1954

Stadtwerke Bamberg übernehmen die Wasserversorgung

Die neu gegründeten Stadtwerke Bam-berg übernehmen mehrere wichtige Versorgungsaufgaben: Neben den Bereichen Gas, Strom und städtischer Verkehr zählt auch die Wasserversor-gung zu ihren Aufgaben.

1958Eröffnung des Wasserwerks „Gereuther Wiesen“

Nach dem Zweiten Weltkrieg steigt der Wasserverbrauch kontinuierlich an. Deshalb nehmen die Stadtwerke 1958 ein weiteres Wasserwerk im Gebiet der Gereuther Wiesen in Betrieb.

1968Neuer Hochbehälter Kunigundenruh versorgt Bamberg-Ost

In Bamberg-Ost sprudelt das Wasser lange recht unzuverlässig und mit unregelmäßigem Druck aus der Leitung. Ein neuer Hochbehälter mit einer Speicherkapazität von 12.000 Kubikmetern löst dieses Problem.

1971 

Inbetriebnahme des Wasserwerks „Buger Wiesen“Ein weiteres Wasserwerk fördert seit 1971 Wasser im Gebiet der Buger Wiesen und bereitet es als Trinkwasser für Bamberg auf.

1975Bamberg bezieht zusätzlich Fernwasser

Während der Bedarf nach Trinkwasser stetig steigt, nimmt der Grundwasser-spiegel im Lauf der Zeit besonders im Stadtwald bedenklich ab.Deshalb schließen sich die Stadtwerke 1971 dem „Zweckverband Fernwas-serversorgung Oberfranken“ an. Seit 1975 liefert dieser Wasser von außerhalb, sogenanntes Fernwasser nach Bamberg und deckt damit etwa ein Drittel des Bedarfs.

2011Wasserschutzgebiet festgesetzt

Am 1.12.2011 wird nach einem lang-wierigen Prozess das Bamberger Was-serschutzgebiet offiziell festgesetzt. Es besteht aus den vier Bereichen Hirschai-der Büsche, Stadtwald, Gereuther und Buger Wiesen. Es ist mit 3.828 Hektar so groß wie 5.362 Fußballfelder.

2014Eröffnung des neuen Wasserwerks am Stadtwald

Inzwischen versorgen die Stadtwerke Bamberg rund 70.000 Menschen mit fast 5.200.000 Kubikmetern Wasser jährlich.Ein neues, hochmodernes Wasserwerk ersetzt nach 100 Jahren Betriebszeit das alte „Stadtwald-Wasserwerk“.Dies ist nur ein Schritt des großen Investitionsprogramms „Wasser 2025“, das Bamberg für eine unabhängige und zukunftsfähige Trinkwasserversor-gung rüstet.

2016Inbetriebnahme Hochbehälter Altenburg

Ebenfalls Teil des Investitionspro-gramms „Wasser 2025“: Mehrere der alten Hochbehälter werden mit einem neuen unterirdischen Speicher unter-halb der Altenburg ersetzt. Er dient in Zukunft als zentraler Speicherort für das Bamberger Trinkwasser.

Hochbehälter Rothof Planungsstand Januar 2020

2022

Der Hochbehälter Rothof geht ans Netz

Mit einem neuen Hochbehälter wird die Versorgung mit Trink- und Löschwasser in Wildensorg und im Berggebiet rund um die St.-Getreu-Straße sichergestellt. Die Planung fand in enger Abstimmung mit dem Naturschutzbeirat und interessierten Bürgerinnen und Bürgern statt.